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Prenzipien der Atmung

 

Den Kopf gerade aufrichten

Der Grundgedanke ist, daß der Kopf sich streckt, so daß der Nacken gerade wird. Dies soll natürlich vor sich gehen und darf nicht erzwungen aussehen. Der Blick ist geradeaus fokussiert aber nicht starr. Es ist als ob man etwas auf dem Kopf balancieren würde. Im Kopfbereich und besonders im Blick kann sich dann der Wille oder Geist manifestieren. Der Mund bleibt auf eine natürliche Art geschlossen. Die Zungenspitze berührt den Gaumen, aber die die Zähne berühren sich nicht.

 

Die Ruhe in der Bewegung

Das „Qi“ (Lebensenergie, Atem) soll in das „Dantien“ (Unterbauch, Kraftzentrum) sinken. Als gewünschte Folge stellt sich ein stabilisierendes Gleichgewicht ein sowie eine ruhige, stetige Atmung, bis tief in den Bauch hinein. Diese „Bauchatmung“ soll als voll und angenehm empfunden werden und sollte nicht passend zum Rhythmus der Bewegungen „gemacht“ oder erzwungen werden. Bei genügender Praxis wird sie sich „von selbst“ einstellen.

 

 Die Schultern, Ellbogen und Handgelenke senken

Dieses Prinzip hilft nachhaltig, den häufig zu beobachtenden Fehler zu vermeiden, daß man unbewusst die Schultern anhebt und anspannt. Das Tai Chi wird dadurch kraftlos und die Bewegung ist keine Ganzkörperbewegung mehr. Bei den Ellbogen ist zu beachten, daß sie weder allzu passiv hängen gelassen werden noch zu steif nach außen gedreht werden. Generell kann man sagen, daß sich der Ellenbogen immer ein wenig unterhalb des jeweiligen Handgelenkes befindet.

 

  Die Brust senken - Rücken dehnen

Der Brustkorb soll auf natürliche Weise gehalten werden, d.h. weder künstlich herausgestreckt noch zu sehr nach innen eingesunken sein. Auf diese Weise können sich die Schultern frei bewegen. Im Rücken soll sich ein rundes und gleichzeitig gestrecktes Gefühl einstellen: Von der Hüfte aufwärts kann so die innere Kraft aus der Wirbelsäule bis in die Finger aufsteigen und es kommt zu der angestrebten Ganzkörperbewegung.

 

Das Kreuz entspannen

Dieses Prinzip wird als das wichtigste angesehen! Ein entspanntes Kreuz sorgt für eine stabile, zentrierte Körperbasis und verleiht die angestrebte innere Spannkraft. Bei angespanntem Kreuz kann das Qi nicht sinken und die Kraft kann nicht übertragen werden. Hilfreich ist das Massieren des "Mingmen".

 

 Voll und Leer unterscheiden

Dieses Prinzip behandelt das für Tai Chi typische Verlagern des Körpergewichts auf lediglich ein Bein. Dies ermöglicht ja erst die anmutigen, fließenden Schrittfolgen - besonders wenn sie, wie gefordert, in Zeitlupe ausgeführt werden. Dabei wird das belastete Bein als voll und das unbelastete als leer bezeichnet.

 

 Inneres und Äußeres verbinden

Der Körper repräsentiert das Äußere. Es soll mit dem Inneren eine harmonische Einheit bilden. Mit dem Inneren ist der Geist, das Bewusstsein gemeint und insbesondere die

ruhige konzentrierte Absicht, die vorgeschriebenen Bewegungen auszuführen. Die Kultivierung des Willens ist somit ein zentraler Punkt. Der Geist führt und der Körper führt aus, ohne daß sozusagen ein Haarbreit dazwischen liegt. Dies führt mit der Zeit zu "einsgerichteter Konzentration" ohne jedoch den Geist dabei zu verspannen.

 

Kraft des Geistes statt Körperkraft

Es geht beim Tai Chi nicht um den Einsatz bloßer, ungeschulter Körperkraft, denn diese führt zu steifen Bewegungen, sondern es geht um die Nutzung der Qi-Energie, die  in den Meridianen im entspannten Zustand am besten fließen kann und mithilfe des Geistes auf natürliche Weise gelenkt werden kann. Man sagt dazu: „Die Arme sind wie Eisen in Watte verpackt“. Die Sehnen, Knochen und Muskeln müssen dabei koordiniert in einer Ganzkörperbewegung ähnlich einer Meereswoge zusammenwirken.

 

 Unten und oben des Körpers koordinieren

Anfänger und Fortgeschrittene begehen oft den Fehler, daß sie zwar die Arme langsam und gleichmäßig bewegen, aber bei den Schritten abrupte oder schnellere Bewegungen ausführen. Dies macht jedoch die geforderte Ganzkörperbewegung unmöglich. Hilfreich ist hierbei die genaue Berücksichtigung der Taillendrehung. Die Wurzel der Bewegung liegt in den Füßen und soll über die Taille und die Wirbelsäule in die Arme gehen und in den Händen ausdrücken. Ein häufiger Grund für den Stillstand der Entwicklung ist hier der Übersetzungsfehler "Hüfte". Die Bewegungen werden entsprechend der Klassiker von der Taille her koordiniert, nicht von der Hüfte!!!

 

 Bewegung ohne Anfang und Ende

Bei externen Kampfkünsten sind Beginn und Ende einer Technik oft klar erkennbar. Klar festgelegt sind sie auch beim Tai Chi, nur werden sie in einer steten Bewegungsfolge ausgeführt entsprechend einem langsam strömenden Fluss, der nicht endet. Sie verschmelzen zu einer Einheit, als würde man einen langen Seidenfaden aus einem Kokon ziehen.

 

Wirkung der Atmung 

Tai-Chi Chuan wird mit Atemtechniken geübt, so dass der Körper mehr Sauerstoff aufnehmen kann und es zu einer besseren Durchblutung der Muskeln und Organe kommt. Zudem erhält man ein ausbalanciertes Gleichgewicht und mehr körperliche Ausdauer. Nach den Übungen stellt sich noch dazu ein wohltuendes und entspanntes Gefühl der Zufriedenheit ein. Durch die sanft fließenden Bewegungen werden Gelenkbeschwerden vermindert und der Bewegungsausmaß der Gelenke wird vergrößert. Tai-Chi Chuan wirkt sich sehr positiv auf den Herz-Lungen-Kreislauf aus und beugt Krankheiten vor. Es steigert die Konzentrationsfähigkeit und verhilft zu einer positiven Grundeinstellung. Durch stetiges Üben können Krankheitsbilder wie z.B. Migräne, Rheuma, Schlafstörungen, Übergewicht, Verdauungs- und Atemwegsstörungen, Rückenbeschwerden, Verspannungen, Tinnitus, alltags Stress, usw. behoben werden. Das Immunsystem wird gestärkt und man ist nicht mehr so anfällig für Krankheiten jeglicher Art. Durch die Übungen erlangt der Körper eine gesunde Dehnfähigkeit und die Muskeln und Sehnen werden gekräftigt.

 

 

 


 

 

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